Rückblick cosh-Jahrestagungen 2026
Die cosh-Jahrestagungen fanden dieses Jahr am 11./12.02.2026 (Mathematik) bzw. am 12./13.02.2026 (Physik) statt. Dieses Jahr zog es knapp 70 bzw. 40 Teilnehmer:innen in den Nordschwarzwald in das schöne Bad Wildbad in die Außenstelle des ZSL.
Am ersten Tag der Mathematiktagung stand das Thema “Abituraufgaben” im Mittelpunkt. Als Hauptreferent konnte Andreas Herz (Foto) vom IQB gewonnen werden, der dort für den Mathematik-Aufgabenpool verantwortlich ist. Er stellte den gebannt lauschenden Zuhörer:innen ausführlich den Prozess vor, wie die Prüfungsaufgaben erstellt und in einem mehrjährigen Prozess geprüft werden, und stand auch im Anschluss noch für viele Fragen bereit.

Nach der Mittagspause ging es in eine erste Workshop-Phase, die den Teilnehmer:innen ermöglichte, die Abituraufgaben und Rahmenbedingungen der 2000er Jahre mit den heutigen zu vergleichen. Auch das mündliche Abitur wurde in einem Workshop thematisiert und interessierte viele der Teilnehmer:innen. Aus einem Workshop kam der Wunsch auf, Vorschläge zu den Rahmenbedingungen zu machen, hieran wird das cosh-Kernteam weiter arbeiten. Zum Abschluss des Tages gab es Vorträge von Frank Göring (Universität Chemnitz) über mathematisches Kalkül in Abituraufgaben und vom Duo Benjamin Rott und Frank Scheja (beide Universität Köln), die sich konträr dazu mit den prozessbezogenen Kompetenzen in Abituraufgaben beschäftigt haben.

Der Tag endete mit einem gemütlichen Ausklang in der Cafeteria mit ergiebigen bilateralen Gesprächen.
Am zweiten Tag der Mathematiktagung, der zugleich der erste Tag der Physiktagung war, ging es nach einem unterhaltsamen Einstieg in den Tag in die zweite Workshopphase, in der es im Gegensatz zu den ersten Workshopphase um Klausuraufgaben der ersten Semester ging. Hier diskutierten die Teilnehmer:innen insbesondere, inwiefern die Abitur- und Klausuraufgaben inhaltlich, sprachlich, … aufeinander abgestimmt sind und ob ein:e Studienanfänger:in im ersten Semester den Spagat zwischen den unterschiedlichen Aufgabenkulturen meistern kann. Im Anschluss kamen die beiden Tagungsgruppen der Mathematiker:innen und Physiker:innen zusammen und begrüßten Vertreter:innen der beiden Bildungsministerien des Landes zum gemeinsamen Austausch.

Nach der Mittagspause und dem obligatorischen Tagungsfoto referierten Jürgen Kury und Michael Abendschein (beide ZSL) über das Thema “Kognitive Aktivierung”, das Hauptthema der Physiktagung. Nach einem kurzen Input für die kommende Jahrestagung, die am 07./08.06.2026 (Mathematik) bzw. 08./09.06.2026 (Physik) in der Außenstelle in Esslingen stattfinden wird und sich u. a. mit der Stärkung der Bindung Mathematik-Physik beschäftigen wird, endete die Mathematik-Tagung.
Die cosh-Physik-Jahrestagung startete am Donnerstag mit einem Vortrag zum Projekt Lernlabor. Carsten Raudzis von der Hochschule Reutlingen stellte dabei die Konzeption, Erfahrungen und die Auswertung der Lernlabore im Rahmen des Studiengangs Biomechatronik vor. Nach dem anschließenden gemeinsamen Vormittag und Nachmittag mit den Mathematiker:innen endete der erste Tag mit einem Vortrag von Stephan Pitsch von der Hochschule Reutlingen. Er stellte den Teilnehmenden die MINT-Fabrik vor, wobei er sowohl die technischen Hintergründe als auch Inhalte präsentierte, bevor die Anwesenden die MINT-Fabrik selbst ausprobieren konnten. Die MINT-Fabrik richtet sich sowohl an Schulen, als auch an Hochschulen und ist damit für den Bereich Übergang Schule-Hochschule eine interessante Plattform. Der Zugang steht dabei sowohl Lernenden, als auch Lehrenden offen. Nach dem offiziellen Teil wurde sich beim bunten Abend fleißig ausgetauscht, genetzwerkt und der Musik von Stephan Pitsch auf dem Flügel und Julia Neff mit der Querflöte gelauscht. Der zweite Tag startete mit einem Vortrag von Stefanie Kroker der Technischen Universität Braunschweig zum Spielerischen Lernen in der Physik. Dabei stellte sie Quantista vor, ein Spiel, das einen einfachen Einstieg in die Quantenphysik für die Allgemeinheit bietet. Neben dem bereits entwickelten Kartenspiel wurde der aktuelle Stand des ebenfalls geplanten Brettspiels berichtet. Nach einer kurzen Kaffeepause konnten beide Spiele ausgiebig erprobt und getestet werden.
Nach der Mittagspause stellte Salome Flegr von der Technischen Universität Dresden ihre Erkenntnisse von AR & VR beim Physiklernen vor. Sie zeigte dabei sowohl die entwickelten Anwendungen, als auch die begleitenden Studien und Lernergebnisse der Schüler:innen sowie Studierenden. Auch hier konnten nach dem Vortrag die Teilnehmenden selbst mittels Tablet und AR unterschiedliche Experimente selbst ausprobieren. Abgeschlossen wurde die Jahrestagung vom Kernteam Physik. Das Kernteam entwickelt aktuell Physikboxen mit Experimenten aus unterschiedlichen physikalischen Bereichen. Der Fokus dabei sollen einfache Experimente mit didaktisch hochwertigen Anleitungen sein, die Fehlvorstellungen von Schüler:innen aufzeigen. Dabei konnten die ersten Prototypen der Physikboxen zu den Themen Reibung, Superposition und Elektrostatik unter die Lupe genommen werden.






Die cosh-Kernteams danken allen Teilnehmer:innen und Referent:innen für den Austausch.
Vorschau: Die Jahrestagungen 2026 finden am 07./08.06.2026 (Mathematik) bzw. am 08./09.06.2026 (Physik) in der Außenstelle in Esslingen statt.
